„In Bitterfeld lebten bis zum Beginn des 2. Weltkrieges viele Menschen jüdischen Glaubens und prägten das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Chemieindustriestadt“, weiß Diana Schmidt, Mitarbeiterin des Kreismuseums Bitterfeld. Die Geschichte und Geschichten, beispielswiese von jüdischen Chemikern, die neben evangelischen oder katholischen Forschern in den elektro-chemischen Fabriken arbeiteten, soll künftig erforscht und jugendgemäß dokumentiert werden. Gefördert über das Leo Baeck Programm der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ können sich Jugendliche mit der Industrie- und Heimatgeschichte auseinandersetzen.

Über 2.700 ehrenamtliche Aktive haben sich für den Deutschen Bürgerpreises 2013 in insgesamt drei Kategorien beworben. Das stellte die Jury vor eine schwierige Aufgabe. In der Kategorie „U 21“ konnte sich die Schüleinititative „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“, des Heinrich Heine-Gymnasiums Wolfen durchsetzen. (zum Video)

„Der Deutschen Bürgerpreis ist eine Anerkennung des stadtweiten Engagements für Toleranz und demokratische Teilhabe“, freut sich Cornelia Geißler. Die Leiterin des Wolfener Jugendclubs ´83, der als Koordinierungsstelle für „Schulen ohne Rassismus“ fungiert, hat die Schülerinnen und Schüler bei der Umsetzung ihrer Ideen für ein weltoffenes Bitterfeld-Wolfen begleitet.

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Während des zweiten Weltkriegs arbeiteten Millionen ausländische Arbeitskräfte, davon ein Drittel Frauen, für geringe Bezahlung oder auch ohne Lohn in fast allen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Auch in den Betrieben des  Kohlebergbaus und der Chemischen Industrie in und um Bitterfeld-Wolfen kamen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zum Einsatz.

Eine von ihnen ist die heute in Polen lebende Halina Marszalek. Die ehemalige Zwangsarbeiterin wird vom 12. bis 15. November nach 68 Jahren erstmals wieder in die Stadt Bitterfeld-Wolfen kommen. Begleitet wird sie von ihrem Sohn, Janusz Marszalek, der von 2002 bis 2011 Bürgermeister der Stadt  Oswiecim (Auschwitz) war. Janusz Marszalek hat unter anderem die Stiftung „Näher am Menschen”  und das „Dr.- Korczak-Kinderdorf” in Rajsko bei Oswiecim mit gegründet.

Unter dem Motto: „Lasst Blumen sprechen statt Fäuste fliegen“ haben die Schüler der Sekundarschule Völkerfreundschaft, am 12. Juni, vor dem Grünen Gebäude der Hochschule Anhalt ausländische Studierende willkommen geheißen.

„In der Bachstadt gab es in der Vergangenheit demokratiefeindliche Aktionen Einzelner. Wir wollen zeigen, dass nicht nur unsere Schüler sondern die Mehrheit der Köthener die ausländischen Studierenden als Bereicherung des sozialen und kulturellen Lebens schätzen“, erklärt Nicole Erben. Die Schulsozialarbeiterin der Sekundarschule Völkerfreundschaft setzt sich gemeinsam mit Schülern, Lehrern, Eltern und Partnern des Gemeinwesens für eine „Schule mit Courage“ ein.

Die neue Q-rage 2013/14 ist erschienen. Schwerpunkt-Thema der aktuellen Ausgabe des Schülerzeitungsprojekt ist "Unser Land ohne Rassismus". Rassismus fängt mit der Sprache an, mit Begriffen, die Menschen aufgrund ihres Aussehens herabwürdigen. +++ Auch Antworten auf die Fragen, wer wen lieben darf und welche Liebesverbote es gibt, sagen viel aus über unser Zusammenleben +++ Die Morde des NSU haben uns daran erinnert, wie gefährlich neonazistische Gruppen sind +++ Rechtsextremismus bleibt auch in Zukunft ein zentrales Thema des Courage-Netzwerks.

Die gesamte PDF-Ausgabe lest ihr hier: www.schule-ohne-rassismus.org